Exhibition “Das Haus am Michaelerplatz von Adolf Loos” in München, November 2017

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5 October – 4 November 2017
Opening 4 October, 7pm
Courtyard Hochschule für angewandte Wissenschaften Karlstrasse 6
D-80333 München

Loos_Muenchen

Lecture by Prof. Marco Pogacnik (Università IUAV Venezia)
Curator: Prof. Marco Pogacnik
Assistants: Sara Bortolato and Alberto Franchini
Exhibition Coordinator: Prof. Arch. Piero Bruno
Catalogue of the exhibition in English
The exhibition is produced by The Formwork, Cultural Association Venice

Adolf Loos ist kein Theoretiker gewesen; er war nie interessiert eine Theorie der Architektur zu formulieren. Seine kurzen, improvisatorischen Texte wurden selten in fachlichen Zeitschriften, vorwiegend in Tageszeitungen veröffentlicht und erst nachträglich von ihm selbst in zwei Bänden zusammengestellt. Seitdem hat sich die unbegründete Vorstellung durchgesetzt, seine Bücher würden eine Theorie bilden. Es gibt eine literarische und eine architektonische Seite im Werk von Adolf Loos und, da er im Schreiben sehr begabt war, hat die literarische Tätigkeit die architektonische Arbeit manchmal überschattet. Der Schriftsteller Loos hat den Architekten Loos ein wenig benachteiligt, indem seine Architektur im Sinne einer Umsetzung seines literarischen Werkes interpretiert worden ist. Allzuoft kommt es dagegen bei der Arbeit des Architekten vor, dass er erst im Nachhinein über sein Handeln nachdenkt. Es ist dokumentarisch bewiesen, dass Loos den Entwurf für das Haus am Michaelerplatz schon beendet hatte, als er seinen berühmten Text “Ornament und Verbrechen” zu schreiben anfing.
Diese Ausstellung ist der Versuch die loos’sche Architektur als solche, ohne andere Filter zu würdigen. Die Formgebung, die Kompositionsregeln, die Materialien, die verwendete Bautechnik stellen die eigenen Werkzeuge dar, die die Architektur zur Verfügung hat, um sich selbst als Kunst zu definieren.
Die Ausstellung vertritt aber nicht die These einer Autonomie der Architektur. Aus der Geschichte des Entwurfes tauchen alle Bedingungen auf, die Loos hat verarbeiten müssen, um seinen Entwurf erst formulieren zu können. Die städtebauliche Bauordnung, die Normierung im Bereich Baustatik, die Forderungen der Auftraggeber haben den Arbeitsprozess stark beeinflusst.

Die Ausstellung wird den vollen Arbeitsprozess von Loos durch alle Zeichnungen wiedergeben, die für die Realisierung einer solchen Aufgabe notwendig waren. Nach den ersten flüchtigen Skizzen wurden die Arbeitszeichnungen bearbeitet, danach die Blätter der Einreichungen für die Baugenehmigung und darauf folgend die sogenannten Auswechslungspläne (Korrekturen auf der Baustelle), die Werkzeichnungen, die Zeichnungen für den Kataster sowie die Präsentationszeichnungen. Diese reiche und vielfältige graphische Dokumentation ist jetzt zum ersten Mal geordnet worden und in der Ausstellung in acht Abschnitte gegliedert:
1. The Vienna of Adolf Loos 2. The Building Line
3. The Project
4. Building Permission
5. The Construction Site
6. The Facade
7. From the End of the Construction Site to the Restoration (1913-1989) 8. The second Construction Site of the House at Michaelerplatz
Jede Abteilung ist durch einen knappen Text eingeführt und alle Zeichnungen im Katalog eingehend beschrieben. Die ausgestellte Dokumentation wird auch von 4 kurzen Videos abgerundet, die das Ziel haben, den Arbeitsprozess von Loos erfahrbar zu machen.

The exhibition analyses what is considered the masterpiece of Adolf Loos, the house on the Michaelerplatz in Vienna, designed in 1909 for the Tailoring Workshop of Goldman & Salatsch. The analysis of the building is sustained by a rich documentation that allows us to retrace the salient phases of the project: the relationship with the Urban Planning Office, the options studied by Loos in the light of the patrons’ different requests, the proposal presented for the Building Permission, the construction site designs and finally, the drawings that allow us to reinterpretate in a new way the different solutions for the façade that at the time unleashed a violent Press campaign against Loos’ project. The exhibition finally shows from a new point of view the origin of the specific spatial configuration that represents the most relevant contribution of Loos to the architecture of the twentieth century, the Raumplan. The graphic materials are faithfully reproduced in natural scale.

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Courtesy of WIENER STÄDTISCHE VERSICHERUNGSVEREIN

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Maquette: Courtesy of WIENER STÄDTISCHE VERSICHERUNGSVEREINloos_muenchen_17 loos_muenchen_18 loos_muenchen_20

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